Zum Wochenende

Die Dinge werden unübersichtlich. In der Ukraine spitzt sich die Lage zu, ebenso in Thailand, wo kurz vor den Wahlen immer größeres Chaos herrschte. Und dann ist da noch das nicht enden wollende Blutvergießen in Syrien. Immer deutlicher spüren wir, was es bedeutet, in einer Welt ohne Hegemonialmacht zu leben. Das kann man begrüßen oder ablehnen. In jedem Fall ist es ein bisschen wie ein Vakuum. Das zu füllen sollte sich Deutschland trauen, hörten wir auf der Münchner Sicherheitskonferenz immer wieder, nicht zuletzt von Bundespräsident Joachim Gauck. Nur wie soll Deutschland das anstellen?

Während mit dieser Frage viele in die Welt hinausschauten, setzt die neue Bundesregierung dazu an, allerhand politische Tretminen zu verlegen. Die 160 Milliarden Euro teure Rente mit 63, die Mietpreisbremse und der Mindestlohn. Übrigens: es gibt neben der SPD noch zwei weitere Regierungsparteien. Fast hätten wir es übersehen.

Übersehen haben wohl viele auch das ARD-Interview mit Whistleblower Edward Snowden. Eigentlich ein journalistischer Coup. Doch den haben die Programmdirektoren beflissen im Spätprogramm vergraben.

Aber es blieb kaum Zeit, diese Blamage weiter zu reflektieren. Denn in atemberaubendem Tempo setzte sich die Soap-Opera rund um die gelben Engel fort. Gefälschte Rankings und fragwürdige Label – nun gut. Doch dann sprach sich auch noch herum, dass der ADAC mit einem Rettungshubschrauber den Rasen in einem Stadionrasen in einem Fußballstadion trocken geföhnt haben soll. Kurz wusste niemand mehr, ob es eine neue Nachricht war – oder Satire. Aber so sind Nachrichten manchmal.

Gut, dass uns da Politiker wieder in die Realität zurückholen und fordern, dass das Dschungelcamp verboten werden sollte. Aber vielleicht hat sich das Thema nach dem Dschungel-Finale auch ersteinmal erledigt. Man möchte es hoffen.

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