Der Spion, der mich siebte

Kein Tag ohne Snowden-News. Es ist ein unglaublicher Skandal, der da aufgedeckt wird. Ein Vorgang, der die internationale Politik noch auf Jahre beschäftigen wird. Das bleibt jedenfalls zu hoffen. Was bislang weniger beleuchtet wird, sind die Folgen des Spionage-Skandals für die deutsche Wirtschaft.

Doch die sind dramatisch. Denn unter den abgefangenen Daten gelangen die Geheimdienste auch an massenhaft vertrauliches Material von Unternehmen aus aller Welt. Und wir alle wissen: Die USA haben mehrfach von der NSA abgefangene Informationen gegen europäische Wettbewerber eingesetzt: In den Neunzigerjahren etwa hörte der Dienst Telefonate des französischen Rüstungskonzerns Thomson-CSF mit Brasilien ab. Denen zufolge bestachen die Franzosen Regierungsmitglieder, um einen Satellitenauftrag an Land zu ziehen. Amerika machte dies publik, das Geschäft erhielt US-Konkurrent Raytheon. Ähnlich erging es Airbus etwa zur selben Zeit bei einem Auftrag in Saudi-Arabien. Längst hat auch Großbritannien eingeräumt, bei Spionage gehe es neben Sicherheit auch um nationale Prosperität. In Frankreich gibt es sogar eine Schule für Wirtschaftsspionage.

Was das für die deutsche Wirtschaft bedeutet, wie dreist Unternehmen heute schon ausgespäht werden und was sie dagegen tun können, haben wir in den vergangenen Wochen mehrfach in der WirtschaftsWoche berichtet. Gerade ist dieser Titel fertig geworden, den ich mit meinem Team recherchiert habe:

big data titel

Digitales Quartett: Wie uns fremde Geheimdienste ausspähen

Wir haben uns in der WirtschaftsWoche nun schon zwei Ausgaben in Folge mit Prism und Tempora beschäftigt und beschrieben, wie fremde Geheimdienste auch massenhaft deutsche Daten abgreifen. Dabei haben wir recht genau analysiert, wie Unternehmen und Privatleute sich dagegen schützen können – und wo die Grenzen der IT-Sicherheitstechniken liegen. Über vieles haben wir auch gestern im digitalen Quartett gesprochen, einer immer wieder sehr gut besetzten Web-Talkshow, ich war als Gast dabei:

Essay: Warum sich Unternehmen mit neuen grünen Ideen so schwertun

Die meisten Menschen halten sich für innovativ. In Wirklichkeit stehen sie neuen Ideen oft im Weg. Warum eigentlich? Der Frage bin ich neulich für unser Sonderheft WirtschaftsWoche Green Economy einmal nachgegangen. Weiterlesen…

Wochenrückblick #20

Was für eine Woche. Während Obama dabei ist, auch seine zweite Amtszeit zu versemmeln, erledigt Cameron das schon in der ersten: Ihm fliegt die von ihm noch so kühn angestoßene Europa-Austrittsdebatte um die Ohren. Wenigstens in Deutschland fliegt bislang nichts, jedenfalls keine Euro-Hawks. Vielleicht aber bald Steinbrücks Wahlkampfmanager, der wohl seinen Dienstwagen allzu eigenwillig einsetzte. Gut, dass sich wenigstens Steinbrücks digitales Feigenblatt, Gesche Joost, um die wirklich wichtigen Dinge kümmert – und einen Quotenplatz für Frauen in Talkshows und auf Podien fordert. Was wohl Berlusconi dazu sagen würde? Der Jedenfalls kann kurz aufatmen, weil eine seiner Damen versichert, bei den berühmten Bunga-Bunga-Partys des Cavaliere sei ihr nie etwas anrüchiges aufgefallen.

Lunchtalk: Ist das papierlose Büro wirklich ein Mythos?

Ich habe es – wie hier bereits erwähnt – ausprobiert. Und es war viel leichter als gedacht. Franziska Bluhm hat mich neulich im Lunchtalk dazu befragt. Hier ein paar Einblicke in die papierlose Welt:

Die Papierwende

244 Kilogramm Papier verbraucht ein Deutscher im Jahr. Damit sind wir Weltspitze. Trotz Computern, Laptops und Smartphones ist das viel beschworene zettelfreie Büro kaum irgendwo Realität geworden. Warum eigentlich? Der Selbstversuch eines Papier-Junkies.

Mendelssohn Violinkonzert

Eigentlich bin ich nicht so ein Fan von Hilary Hahn. Ich habe sie bei verschiedenen Konzerten gehört und so recht begeistert hat sie mich nie. Ich erinnere mich zum Beispiel an einen Abend mit vielen blassen Beethoven-Sonaten in der Düsseldorfer Tonhalle. In diese Aufnahme wollte ich daher nur kurz reinhören – und bin dann doch bis zum Schluss hängen geblieben.

Neues Projekt: WiWo Lunchtalk

Schon vor Monaten wollten meine Kollegin Franziska Bluhm und ich ein neues Format starten. Eine Art tägliche Mini-Talkshow zu aktuellen Themen. Immer 15 Minuten, immer mit einem Gast. Immer um 12 Uhr. Zunächst gabs ein paar technische Probleme. Nun aber steht die Leitung und das Feedback nach der ersten Woche Lunchtalk war gleich recht überschwänglich.

Die WirtschaftsWoche rücke damit näher an die Leser, der Lunchtalk sei innovativ und vor allem interessant. Der positive Zuspruch freut uns natürlich, auch wenn wir gerade erst gestartet sind und das Format in den nächsten Monaten sicher weiterentwickeln werden. Aber sehen Sie selbst:


Acht Jahre später…

Vor acht Jahren habe ich unter dieser Domain meine ersten Gehversuche im Netz begonnen. Ein Blog gestartet, Texte veröffentlicht, Videos eingebunden, das ganze Ding aus versehen gelöscht, neu gestartet. Aufregend war das. Ungedruckt hieß das Blog, weil ich mich hier mit allem beschäftigt habe, was die gedruckte (Medien-)Welt verändert.

Es war eine andere Welt damals. Von der Finanzkrise war noch keine Rede. Der Medienwandel, so glaubten viele, sei überstanden, und ich hatte noch wesentlich mehr Haare auf dem Kopf.

Es kam alles irgendwie anders.

Aber das ist nicht mein Punkt. Nicht hier. Jedenfalls nicht  jetzt.

Mein erstes Blog starb irgendwann, weil ich verschiedene andere Blogprojekte aufbaute, ich habe das Netz mit Gründergeschichten vollgeschrieben. Später kam dann WiWo Green dazu. Wir nennen es das Nachrichtenportal für die grüne Wirtschaft. Und das war sicher nicht das letzte Projekt.

Warum nun aber diese Seite?

So ganz genau weiß ich es selbst noch nicht. Irgendwie habe ich es immer bedauert, dass mein erstes Blog unter dieser tollen Domain einging. Also starte ich es einfach neu. Vielleicht wird das neue ungedruckt vor allem ein Ort, an dem all das zusammenläuft, was ich tue und was mich beschäftigt.

Vielleicht aber auch nicht.

Wir werden sehen.

Zunächst aber: Vielen Dank fürs Vorbeischauen.