“Haben die härteste Paywall unter allen Überregionalen”

Diese Woche war es so weit: Das Handelsblatt hat ein neues Bezahlmodell. Was es damit auf sich hat, weshalb wir uns für eine besonders strenge Paywall entschieden haben und wie es weiterheht, wollten die Kollegen von Meedia wissen.

Bislang waren rund 20 Prozent der Homepage-Inhalte hinter der Paywall – künftig setzen wir auf ein strenges Metered-Modell, bei dem Nutzer nur noch eine kleine Zahl an Inhalten kostenlos nutzen können. Wir haben damit die härteste Paywall unter allen deutschen, überregionalen Tageszeitungen.

Guter Journalismus hat seinen Preis – gedruckt wie digital. Es war ein Fehler, dass die gesamte Branche so lange dem Mantra gefolgt ist, dass Inhalte im Internet kostenlos sein müssen. Letztlich war die ganze Gratiskultur im Internet ein Fehler. Einige Verlage haben dadurch viel Zeit verloren.

Denn ein Bezahlmodell kann nur erfolgreich sein, wenn man begreift, welche Inhalte Nutzer zu welcher Zeit in welcher Länge lesen wollen, es ist ein langer Prozess, das zu verstehen. Unsere digitalen Abonnenten etwa lesen Geldanlage-Geschichten am liebsten Samstags – oder unter der Woche nach 16 Uhr. Morgens braucht man ihnen damit nicht zu kommen.

Nur wenn Verlage und Redaktionen solche Zusammenhänge verstehen, werden Abo-Modelle erfolgreich sein. Wie die funktionieren können zeigen neben Beispielen wie Wall Street Journal und Financial Times längst auch Spotify und Netflix. Sie versuchen viel genauer, den einzelnen Nutzer und seine Interessen zu verstehen. Zu lange ging es im werbefinanzierten Modell nur darum, eine möglichst große Masse von Lesern an Anzeigenkunden zu liefern. Das ändert sich jetzt.

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